Geistliche Impulse

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

2. Timotheus 1,7

Geistliche impulse der Pfarrerin

30/03/2020

 

Liebe Gemeinde,

der Wochenspruch für diese Woche steht im Johannesevangelium (3,14b.15):

"Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben."

 

Die Geschichte zum Nachdenken:

"Sonne und Wind" (nach Joachim Camerarius)

Einst stritten sich Sonne und Wind: wer von ihnen beiden der Stärkere sei? Und man ward einig: derjenige solle dafür gelten, der einen Wanderer, den sie eben vor sich sahen, am ersten nötigen würde, seinen Mantel abzulegen.

Sogleich begann der Wind zu stürmen; Regen und Hagelschauer unterstützten ihn. Der arme Wanderer jammerte und zagte; aber auch immer fester und fester wickelte er sich in seinen Mantel ein und setzte seinen Weg fort so gut er konnte.

Jetzt kam die Reihe an die Sonne. Senkrecht und kraftvoll ließ sie ihre Strahlen herabfallen. Himmel und Erde wurden heiter; die Lüfte erwärmten sich. Der Wanderer vermochte nicht länger den Mantel auf seinen Schultern zu erdulden. Er warf ihn ab und erquickte sich im Schatten eines Baumes, indes die Sonne sich ihres Sieges erfreute.

 

Der Impuls zur Geschichte:

Diese Geschichte bringt uns zum Nachdenken darüber, wo in diesen stürmischen und verzagten Zeiten "Sonnenstrahlen" auf unser Leben fallen. Ein Sonnenstrahl könnte zum Beispiel sein, wenn mir einfach jemand zuhört, sei es am Telefon oder in angemessenem Abstand. Wenn ich darum weiß, dass Menschen an mich denken und mir "Sonnenstrahlen" in Form von liebevollen Gedanken schicken. Wenn ich Unterstützung erfahre, die mir meine Familienangehörigen zukommen lassen oder auch weiter entfernte Menschen.

Vielleicht eine neue Seite in unserem kleinen Heft - zum Festhalten:

Das sind meine "Sonnenstrahlen"... , sie besiegen meine Befürchtungen und Ängste... .

 

Segenswort: (4.Mose 6,24-26)

Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über euch und sei euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

 

So wünsche ich Ihnen und euch allen in dieser Woche viele spürbare "Sonnenstrahlen".

In Verbundenheit

 

Ihre und Eure Pfarrerin

Sonja Straub


23/03/2020

 

Liebe Gemeinde,

der Wochenspruch für diese Woche kommt aus dem Johannesevangelium (12,24):

"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein: wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht."

 

Auch in unserer Geschichte für diese Woche geht es um Körner bzw. Samen:

"Wir verkaufen nur den Samen" (Anonym)

Er betrat einen Laden. Hinter der Ladentheke sah er einen Engel. Hastig fragte er ihn: "Was verkaufen Sie, mein Herr?" Der Engel gab ihm freundlich Antwort: "Alles, was Sie wollen." Der junge Mann sagte: "Dann hätte ich gerne:

das Ende der Kriege in aller Welt,

immer mehr Bereitschaft, um miteinander zu reden,

Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika,

Ausbildungsplätze für Jugendliche,

mehr Zeit der Eltern, um mit ihren Kindern zu spielen,

und, und ...".

Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte: "Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich verkehrt verstanden. Wir verkaufen keine Früchte hier, wir verkaufen nur den Samen."

 

Impuls für die Woche aus dieser Geschichte:

Schauen wir einfach mal nach, welche "Samen" uns bereits zur Verfügung stehen, die wir beiseite gelegt oder vergessen haben, irgendwann "gekauft", dann aber ignoriert. Suchen wir sie in uns, in unseren Familien und in der Nachbarschaft. Sie könnten Namen tragen wie Solidarität, Rücksicht, Mut zum Nein-sagen, Liebe, Meditation, Besinnung ... . Wir könnten unseren ganz persönlichen "Samen" einen Namen geben und sie in einem kleinen Heft festhalten - für die Zeit danach. Zur Vorsorge, damit wir sie nicht so schnell vergessen. Und gleichzeitig dazu notieren wie aus diesen Samen Früchte werde können, d.h. wie wir sie zum Leben erwecken können.

Das könnte eine kleine "Hausaufgabe" für diese Woche sein!

 

Segenswort:

"Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen." (Psalm 91,11)

 

Bleibt alle behütet!

Viele interessante Gedanken und Ideen wünscht Ihnen und euch allen

Sonja Straub, Pfarrerin


16/03/2020

 

Liebe Gemeinde,

da es zur Zeit keine aktuellen Nachrichten gibt, wird Sie und euch jeden Montag eine kurze Geschichte zum Nach- und Weiterdenken erreichen.

Heute eine Geschichte von Leo N.Tolstoi: "Der alte Fischer"

Fischer waren draußen beim Fang mit ihrem Boot. Da kam ein Sturm auf. Sie fürchteten sich so sehr, dass sie die Ruder wegwarfen und den Himmel anflehten, sie zu retten. Aber das Boot wurde immer weiter weggetrieben vom Ufer. Da sagte ein alter Fischer: "Was haben wir auch die Ruder weggeworfen! Zu Gott beten und zum Ufer rudern - nur dieses beides zusammen kann da helfen."

 

Vielleicht steckt in dieser Geschichte für uns ein Impuls für diese Woche:

Vergessen wir Gott nicht und behalten wir all das im Auge, was dazu beitragen kann, diese momentane Krise zu bewältigen. Wie zum Beispiel solidarisches Verhalten, Nachbarschaftshilfe, Ruhe im Sturm und Klarheit. Achten wir auf unsere körperliche und geistige Gesundheit, und lassen wir uns nicht in Panik bringen!

 

Ich bin dabei ein Youtube Video für den nächsten Gottesdienst (4.Sonntag in der Passionszeit) zu erstellen. Ich werde es dann rechtzeitig versenden, so dass Sie und ihr auf diese Weise am Gottesdienst teilnehmen könnt.

 

Der Vorstand und ich sind für Sie und euch da, wo immer auch Hilfe benötigt wird. Anruf genügt! (+506 844 008 88).

 

So verbleibe ich mit einem Segenswort:

"Der Gott der Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, richte uns auf, stärke, kräftige und gründe uns." (1.Petrus 5,10)

In Verbundenheit

Ihre und eure Pfarrerin

Sonja Straub