Geistliche Impulse

Geistliche impulse der Pfarrerin

01.06.2020

Liebe Gemeinde,
nach dem Pfingstfest lautet unser Wochenspruch:
"Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth." (Sachajr 4,6)
 
Geschichte zum Weiterdenken:
Kurt Bartsch, misere
als der läufer zusammenbrach
standen die trainer ratlos.
sie hatten alles trainiert
nur nicht die niederlage.
Impuls zum Weiterdenken:
Wie gehe ich damit um, wenn mir etwas nicht gelingt? Wie verhalte ich mich, wenn ich eine "Niederlage" erlebe? Was mache ich, wenn der Erfolg ausbleibt?
Auch das ist wieder ein Eintrag in mein Heft für die Zeit "danach": Das sind meine Ressourcen und Strategien bei einer Niederlage.
Gottesdienst mit Video:
Am Sonntag beginnt die sogenannte "Trinitatis" Zeit - die Lehre von der Dreieinigkeit. Nach mühevollen theologischen Auseinandersetzungen (auf Konzilien im Jahr 325 und 381) wurde festgelegt, dass drei Personen oder Aspekte in diesem einen göttlichen Wesen sind: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Dieses Glaubensgeheimnis der Dreieinigkeit Gottes wird seit dem 14. Jahrhundert in der ganzen Kirche gottesdienstlich gefeiert. Bis zum Ende des Kirchenjahres haben die Sonntage keinen Namen, sondern werden als "Sonntage nach Trinitatis" gezählt (mindestens 22, höchsten 27).
Am Sonntag Trinitatis gibt es auch wieder ein Video zum Mitfeiern und Mitsingen. Einfach anklicken und Sie sind dabei.
 
Gemeindebrief:
Hier befindet sich unser digitaler Gemeindebrief. Herzlichen DANK an das Redaktionsteam!
Gerne fahren wir die gedruckten Gemeindebriefe auch direkt nach Hause aus. Einfach kurz anrufen!
 
Gemeindemarktplatz:
Am Mittwoch, den 03.Juni verschicken wir eine Übersicht über die Angebote, die Sie wahrnehmen und abfragen können (von selbstgebackenem Brot bis zu Vermietungen von Büroräumen). Bitte lesen Sie auch im Gemeindebrief S.8 "Kleinanzeigen am Mittwoch".
Segen:
Die ihr den Herrn fürchtet, hoffet auf den Herrn! Er ist Hilfe und Schild. Der Herr denkt an uns. Er segne uns. (Psalm 115,11.12)
 
Mit herzlichen Grüßen

 

Ihre und Eure Pfarrerin Sonja Straub

25/05/2020

Liebe Gemeinde,
am Donnerstag war Christi Himmelfahrt. Dieser Feiertag wird 40 Tage nach Ostern begangen (Apostelgeschichte 1,3). Ursprünglich war das Gedächtnis der Erhöhung Christi mit der Osterfeier verbunden. Erst im 4. und 5. Jahrhundert setzte sich der Brauch durch, Christi Himmelfahrt entsprechend der Chronologie des Evangelisten Lukas als eigenes Fest zu begehen.
Inhaltlich entsprechend lautet deshalb der Wochenspruch (Johannes 12,32):
"Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen."
Geschichte zum Weiterdenken:
Martin Buber, Wie der Sasower die Liebe lernte
Rabbi Mosche Löb erzählte: Wenn man die Menschen lieben soll, habe ich von einem Bauern gelernt. Der saß mit anderen Bauern in der Schenke und trank. Lange schwieg er wie die anderen alle: als aber sein Herz von Wein bewegt war, sprach er seinen Nachbarn an:"Sag du, liebst du mich oder liebst du mich nicht?" Jener antwortete: "Ich liebe dich sehr." Er aber sprach weiter: "Du sagst, ich liebe dich, und weißt doch nicht, was mir fehlt. Liebst du mich in Wahrheit, du würdest es wissen." Der andere vermochte kein Wort zu erwidern, und auch der Bauer, der gefragt hatte, schwieg wieder wie vorher.
Ich aber verstand: Das ist die Liebe zu den Menschen, ihr Bedürfnis zu spüren und ihr Leid zu tragen.
Impuls zur Geschichte:
Spüre ich das Bedürfnis bei den Menschen, die um mich sind und die ich liebe? Weiß ich, wie es ihnen "wirklich" geht, was sie bedauern und worüber sie sich Sorgen machen? Was kann ich tun, um das in Erfahrung zu bringen`?
Das könnte ich wieder festhalten in meinem Heft für die Zeit "danach": Was ist für mich Liebe und wie äußert sie sich?
Gottesdienst am Pfingstsonntag  mit Video:
An diesem ganz besonderen Sonntag können wir leider nicht gemeinsam das Pfingstfest in der Kirche feiern. Wieder gibt es einen Link zum Video.
Pfingsten - dieses Wort kommt aus der griechischen Sprache: "pentecoste" heißt fünfzigster (Tag nach Ostern). Fünfzig Tage nach dem Passafest wurden im Judentum als Dank für die Weizenernte die Erstilingsfrüchte dargebracht. Erst im 4.Jahrhundert hat die Kirche diesem fünfzigsten Tag einen eigenen Inhalt gegeben: Die Ausgießung des Heiligen Geistes. Nun bekam Pfingsten als "Geburtstag" der Kirche eine eigene Prägung.
 
Kindergottesdienst mit Video:
Für die Kinder wird es einen eigenen Gottesdienst geben zum Mitfeiern und Mitmachen. Einfach "Klick" und du bist dabei!!
Dank:
Herzlichen Dank für die Kollekte, die in dieser Woche eingegangen ist.
Segen:
Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn, sei mit uns in Wahrheit und in Liebe. (2.Johannes 3)
 
Ihnen und euch allen eine Woche mit vielen schönen "Liebesgeschichten".

 

Pfarrerin Sonja Straub

18/05/2020
Liebe Gemeinde,
der Wochenspruch erinnert uns an die Kraft unserer Gebete.
"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von uns wendet." (Psalm 66,20)
Geschichte zum Nachdenken
Bertolt Brecht, Märchen
Es war einmal ein Prinz, weit drüben im Mächenlande. Weil der nun ein Träumer war, liebte er es sehr, auf einer Wiese nahe dem Schloss zu liegen und träumend in den Himmel zu starren. Denn auf dieser Wiese blühten die Blumen größer und schöner wie sonstwo.-
Und der Prinz träumte von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern und leuchtenden Giebeln.
Es geschah aber, dass der alte König starb. Nun wurde der Prinz sein Nachfolger. Und der neue König stand nun oft auf den Giebeln von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spieglelfenstern. Und träumte von einer kleinen Wiese, wo die Blumen größer und schöner blühten denn sonstwo.
 
Impuls zum Weiterdenken:
Wir können in dieser Woche einmal bewusst darauf achten, was uns an Wunderbarem umgibt, wofür wir danken können und was uns alles jetzt schon geschenkt ist.
Das könnte eine weitere Seite in meinem Heft für "danach" werden: Daran erfreue ich mich jeden Tag... .
 
Gottesdienst am Sonntag "Exaudi":
Auch an diesem 6.Sonntag nach Ostern stellen wir wieder ein Gottesdienst-Video zur Verfügung. Dieser Sonntag "Exaudi" steht unter dem Eindruck des Abschieds durch die Himmelfahrt Jesu und zugleich unter der Zusage des Kommens des Heiligen Geistes.
"Exaudi Domine, vocem meam" - Herr, höre meine Stimme (Psalm 27,7).
Segen:
Der Herr ist treu; er stärke und bewahre uns vor dem Bösen. (2.Thessalonicher 3,3)
Mit herzlichen Grüßen
Ihre und eure Pfarrerin Sonja Straub

11/05/2020

 

Liebe Gemeinde,

singen befreit die Seele und macht wieder fröhlich. So lautet der Wochenspruch für diese Woche lautet:

"Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!" (Psalm 98,1)

 

Geschichte zum Nachdenken:

Arthur Schopenhauer, Die Stachelschweine

Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich, an einem kalten Wintertage, recht nah zusammen, um, durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln, welches sie dann wieder voneinander entfernte. Wann nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammen brachte, wiederholte sich jenes zweite Übel, so dass sie zwischen beiden Leiden hin- und hergeworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.

 

Impuls zum Weiterdenken:

Wieviel Nähe und Abstand brauche ich in diesen Tagen? Manches ist mir vielleicht zu eng. An anderen Tagen sehne ich mich nach Nähe, nach jemandem zum Kuscheln, gerade dann wenn ich alleine zu Hause bin.

Ein neuer Eintrag im Heft für danach: Welche Bedürfnisse nach Nähe und Distanz nehme ich bei mir wahr?

 

Gottesdienst mit Video:

Wieder stellen wir ein Video zur Verfügung für den Sonntag (17.05.20) Rogate. Das ist der fünfte Sonntag nach Ostern. Er hat seinen Namen von den Bittumgängen (rogationes), mit denen in der Kirche heidnische Flurprozessionen verchristlicht wurden. Man betete aber nicht nur für eine gute Ernte, sondern für alle denkbaren Anliegen.

Herzliche Einladung!

 

!!!NEU!!! Gemeindebörse !!!NEU!!!:

Wir bieten ab sofort die Möglichkeit an, dass wir innerhalb der Gemeinde Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Das schaut konkret so aus: Wer etwas anzubieten hat, sei es Brot, Kaffee, Blumen, Snacks, Schreibwaren, Masken... teilt es mir bitte mit. So können wir eine Angebotsliste zur Übersicht erstellen und veröffentlichen.Wir geben sie weiter an interessierte Gemeindeglieder, die diese Waren dann erwerben können. Auch Dienstleistungen sind gefragt: Erledigungen übernehmen, Einkäufe tätigen, Behördengänge, Formulare ausfüllen... .

Wir freuen uns auf Ihre und Eure Beteiligung und Ideen!

 

Segenswort:

Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, richte uns auf, kräftige und gründe uns. (1.Petrus 5,10)

 

So grüße ich Sie und euch alle in der Nähe und in der Ferne.

Bleibt behütet und verbunden.

Sonja Straub


05/05/2020

Liebe Gemeinde,

in dieser Woche begleitet uns ein Vers aus dem Johannesevangelium (15,5):

"Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun."

 

Gechichte zum Weiterdenken:

Erika Grube, Blindlings

Ein Schmetterling hat sich in mein Zimmer verirrt. Unermüdlich stößt er im Fluge gegen die Fensterscheibe, immer von neuem, bis er ermattet auf die Fensterbank fällt. Dann rappelt er sich wieder auf, und da er nicht gelernt hat, dass Fensterscheiben nicht zu durchfliegen sind, stößt er weiter mit dem Kopf dagegen. Er merkt nicht, dass dicht daneben die Balkontüre offensteht.

 

Impuls für die Woche:

Nehmen wir die Möglichkeiten wahr, die sich uns im Leben bieten - vielleicht so ganz anders, als wir sie uns vorgestellt haben. Gehen wir mit offenem und weitem Blick in diese neue Woche und halten wir Ausschau nach dem, was sich uns anbietet und vor uns liegt. Es muss nicht immer mit dem Kopf durch die Wand sein!

Ein kleiner Eintrag in mein Heft für die Zeit danach: Hier habe ich eine offene Tür für mich entdeckt... . Das ist mir ganz leicht gelungen... .

 

Gottesdienst:

Am Sonntag, den 10.Mai feiern wir den Sonntag "Jubilate" (3.Sonntag nach Ostern). Sein Name kommt aus Psalm 66,1: "Jubilate Deo, omnis terra - jauchzt Gott, alle Lande!" Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind!

Herzlichen Dank auch an alle Spender und Spenderinnen, die uns mit ihrer Kollekte unterstützen und zur Gemeindearbeit beitragen.

 

Segen:

Gütig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte; er segne dich. (Psalm 145,8)

 

Ihnen und Euch allen wünsche ich eine segensreiche und fröhliche Woche - egal wo Ihr gerade seid.

In Verbundenheit

Pfarrerin Sonja Straub


27/04/2020

 

Liebe Gemeinde,

wieder beginnt eine neue Woche, in der wir uns danach sehnen, dass wir wieder zur Normalität zurückkehren können und zu einem Leben in Fülle.

So steht der Wochenspruch im 2.Korintherbrief (5,17):

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden."

 

Geschichte zum Weiterdenken:

Gotthold Ephraim Lessing, Merops

"Ich muss dich noch etwas fragen", sprach ein junger Adler zu einem tiefsinnigen, grundgelehrten Uhu. "Man sagt, es gäbe einen Vogel mit Namen Merops, der, wenn er in die Luft steigt, mit dem Schwanz voraus, den Kopf gegen die Erde gekehrt, fliege. Ist das wahr?"

"Ei, nicht doch!" antwortete der Uhu; "das ist eine Erdichtung des Menschen. Er mag selbst ein solcher Merops sein; weil er nur gar zu gern den Himmel erfliegen möchte, ohne die Erde auch nur einen Augenblick aus dem Gesicht zu verlieren."

 

Impuls für die Woche:

Bei allem, was wir in diesen Tagen erleben und erfahren über uns und die Welt, stellt sich unter anderem auch die Frage: Wo ist unser Wollen und unsere Gier nach immer mehr MEHR ein ZUVIEL, das uns selber, aber auch der Welt schadet? Wann sehen wir, dass es auch ein GENUG gibt? Es muss doch nicht die Erde und der Himmel sein!

Ein kleiner Beitrag für mein Heft - für die Zeit danach: So lerne ich, wieder demütig zu sein... .

 

Gottesdienst mit Videoübertragung:

Auch in dieser Woche feiern wir miteinander Gottesdienst, am Sonntag, den 03.Mai. Dieser Sonntag trägt den Namen "Jubilate" (dritter Sonntag nach Ostern). Er hat seinen Namen aus Psalm 66,1: "Jubilate Deo, omnis terra; jauchzt Gott alle Welt."

 

Segenswort:

Gott gebe uns viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe. Amen 

 

Ihnen und uns allen wünsche ich eine Woche, in der wir die Kostbarkeit unseres Lebens entdecken und das wertschätzen können, was uns zueigen ist.

Seien Sie behütet!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre und eure Pfarrerin Sonja Straub


20/04/2020

Liebe Gemeinde,

wieder ist eine Woche vorüber, in der wir mit Einschränkungen leben mussten. Die Nachrichten überschütten uns mit Prognosen und Voraussichten. Halten wir uns an die Hoffnung, die Gott uns zugesagt hat, wie es in unserem Wochenspruch heißt:

"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Tote." (1.Petrus 1,3)

 

Geschichte zum Weiterdenken:

Antoine de Saint-Exupéry, Zeit sparen

"Guten Tag", sagte der kleine Prinz. "Guten Tag", sagte der Händler. Er handelte mit höchst wirksamen, durststillenden Pillen. Man schluckt jede Woche eine und spürte überhaupt kein Befürfnis mehr zu trinken.

"Warum verkaufst du das?" sagte der kleine Prinz. "Das ist eine große Zeitersparnis", sagte der Händler. "Die Sachverständigen haben Berechnungen angestellt.Man spart dreiundfünfzig Minuten in der Woche. "Und was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?" "Man macht damit, was man will...".

"Wenn ich dreiundfünfzig Minuten übrig hätte", sagte der kleine Prinz, "würde ich ganz gemütlich zu einem Brunnen laufen...".

 

Impuls für die Woche:

Gerade in diesen Wochen bleibt uns Zeit. Wir sind herausgerissen aus üblichen Zeitabläufen und müssen uns unsere Zeit anders einteilen und gestalten.

Was mache ich mit meiner "Zeitersparnis"? Was wollte ich schon lange einmal tun und habe es immer aufgeschoben? Wie gestalte ich meine Zeit? Wann habe ich das Gefühl, meine Zeit "sinnvoll" genutzt zu haben? Wo und wie setzte ich meine Schwerpunkte und Wichtigkeiten?

Auch das könnte wieder ein kleiner Eintrag in meinem Heft sein - für danach!

 

Segen:

Der Herr ist unser Hirte; er führe uns auf rechter Straße um seines Namens willen. " (Psalm 23,1.3)

 

Ich wünsche Ihnen und Euch allen eine Woche mit vielen schönen "Zeiterfahrungen".

In Verbundenheit

 

Sonja Straub


14/04/2020

 

Liebe Gemeinde,

Ostern ist der Ausweg aus aller Dunkelheit, aus allem Schmerz! So feiern wir das LEBEN.

Der Wochenspruch steht im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes (1,18):

"Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewgikeit zu Ewgikeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle."

 

Geschichte zum Weiterdenken:

H.L.Gee, Die Blumen des Blinden

In einem kleinen Haus mit einem großen Garten lebte ein blinder Mann. Er verbrachte jede freie Minute in seinem Garten und pflegte ihn trotz seines Handikaps mit großer Hingabe. Ob Frühling, Sommer oder Herbst, der Garten war ein Blütenmeer. "Sagen Sie," bemerkte ein Vorübergehender, der die Pracht bestaunte, "warum tun Sie das? Sie können doch davon nichts sehen, oder?" "Oh nein", antwortete der Blinde, "nicht das geringste." "Warum kümmern Sie sich dann überhaupt um den Garten?"

Der Blinde lächelte: "Ich kann Ihnen vier Gründe nennen: Erstens, ich liebe die Gartenarbeit; zweitens, ich kann meine Blumen anfassen; drittens, ich kann ihren Duft riechen. Der vierte Grund sind Sie!" "Ich? Aber Sie kennen mich doch gar nicht!" "Nein, aber ich wußte, Sie würden irgendwann vorbeikommen. Sie hätten Freude an meinen herrlichen Blumen und ich hätte Gelegenheit, mich mit Ihnen darüber zu unterhalten."

 

Impuls für die Woche:

Wem kann ich in dieser Woche eine Freude machen- ganz spontan und uneigennützig, unverhofft? Wie spürt sich das an?

Das festzuhalten, könnte ein neuer Eintrag in mein Heft der Erinnerungen sein.

 

 

Segenswort:

Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass wir immer reicher werden an  Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.(Römer 15,13)

 

Allen in der Nähe und in der Ferne eine Woche mit vielen erfreulichen Gedanken und Begegnungen.

Mit herzlichen Grüßen

 

Ihre und Eure Pfarrerin Sonja Straub


06/04/2020


Liebe Gemeinde,

der Wochenspruch für diese Woche steht im Johannesevangelium (3,14b.15):

"Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben."

 

Die Geschichte für weitere Gedanken:

"Welt und Mensch" von Johannes Kuhn

Der Vater arbeitet am Schreibtisch. Seine kleine Tochter spielt recht geräuschvoll im Zimmer nebanan. Der Vater möchte seine Ruhe haben. Er nimmt eine alte Zeitschrift und reißt ein Blatt heraus, auf dem eine Weltkarte abgebildet ist. Die zerreißt er in lauter kleine Stücke, gibt sie der Tochter und sagt: "Hier, ich habe einen herrlichen Zeitvertreib für dich. Sezt mal die alte Welt wieder schön zusammen." Und er hofft, nun habe er eine Weile Ruhe. Aber die Tochter kommt schnell , viel zu schnell für den Vater, mit der zusammengesetzten Weltkarte wieder zurück. Der Vater staunt: "Wie hast du das bloß gemacht?" "O, das war ganz einfach. Auf der Rückseite war ein großes Bild von einem Menschen. Ich brauchte nur den Menschen zusammensetzen, dann war auch die Welt wieder ganz."

 

Impuls zur Geschichte:

Sich in diesen Tage "neu zusammensetzten" lassen, entdecken, wie ich die Zeit neu füllen kann, was mir wirklich wichtig ist. Diese Zeit hat eine Fülle an Lehren für uns bereit. Der Mensch und auch die Welt wird danach eine andere sein. In welche Richtung es geht, hängt von uns allen ab.

Halten wir in unserem kleinen Heft oder in unseren Gedanken fest: So sehe ich aus als "neu zusammengesetzter" Mensch... .

 

Segenswort:

Der Herr, unser Gott, tröste uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, so genesen wir. (Psalm 80,4)

 

Ihnen und euch allen eine segensreiche Woche mit kreativen Gedanken und Ideen zum "neuen Menschen".

In Verbundenheit

Sonja Straub


30/03/2020

 

Liebe Gemeinde,

der Wochenspruch für diese Woche steht im Johannesevangelium (3,14b.15):

"Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben."

 

Die Geschichte zum Nachdenken:

"Sonne und Wind" (nach Joachim Camerarius)

Einst stritten sich Sonne und Wind: wer von ihnen beiden der Stärkere sei? Und man ward einig: derjenige solle dafür gelten, der einen Wanderer, den sie eben vor sich sahen, am ersten nötigen würde, seinen Mantel abzulegen.

Sogleich begann der Wind zu stürmen; Regen und Hagelschauer unterstützten ihn. Der arme Wanderer jammerte und zagte; aber auch immer fester und fester wickelte er sich in seinen Mantel ein und setzte seinen Weg fort so gut er konnte.

Jetzt kam die Reihe an die Sonne. Senkrecht und kraftvoll ließ sie ihre Strahlen herabfallen. Himmel und Erde wurden heiter; die Lüfte erwärmten sich. Der Wanderer vermochte nicht länger den Mantel auf seinen Schultern zu erdulden. Er warf ihn ab und erquickte sich im Schatten eines Baumes, indes die Sonne sich ihres Sieges erfreute.

 

Der Impuls zur Geschichte:

Diese Geschichte bringt uns zum Nachdenken darüber, wo in diesen stürmischen und verzagten Zeiten "Sonnenstrahlen" auf unser Leben fallen. Ein Sonnenstrahl könnte zum Beispiel sein, wenn mir einfach jemand zuhört, sei es am Telefon oder in angemessenem Abstand. Wenn ich darum weiß, dass Menschen an mich denken und mir "Sonnenstrahlen" in Form von liebevollen Gedanken schicken. Wenn ich Unterstützung erfahre, die mir meine Familienangehörigen zukommen lassen oder auch weiter entfernte Menschen.

Vielleicht eine neue Seite in unserem kleinen Heft - zum Festhalten:

Das sind meine "Sonnenstrahlen"... , sie besiegen meine Befürchtungen und Ängste... .

 

Segenswort: (4.Mose 6,24-26)

Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über euch und sei euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

 

So wünsche ich Ihnen und euch allen in dieser Woche viele spürbare "Sonnenstrahlen".

In Verbundenheit

 

Ihre und Eure Pfarrerin

Sonja Straub


23/03/2020

 

Liebe Gemeinde,

der Wochenspruch für diese Woche kommt aus dem Johannesevangelium (12,24):

"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein: wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht."

 

Auch in unserer Geschichte für diese Woche geht es um Körner bzw. Samen:

"Wir verkaufen nur den Samen" (Anonym)

Er betrat einen Laden. Hinter der Ladentheke sah er einen Engel. Hastig fragte er ihn: "Was verkaufen Sie, mein Herr?" Der Engel gab ihm freundlich Antwort: "Alles, was Sie wollen." Der junge Mann sagte: "Dann hätte ich gerne:

das Ende der Kriege in aller Welt,

immer mehr Bereitschaft, um miteinander zu reden,

Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika,

Ausbildungsplätze für Jugendliche,

mehr Zeit der Eltern, um mit ihren Kindern zu spielen,

und, und ...".

Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte: "Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich verkehrt verstanden. Wir verkaufen keine Früchte hier, wir verkaufen nur den Samen."

 

Impuls für die Woche aus dieser Geschichte:

Schauen wir einfach mal nach, welche "Samen" uns bereits zur Verfügung stehen, die wir beiseite gelegt oder vergessen haben, irgendwann "gekauft", dann aber ignoriert. Suchen wir sie in uns, in unseren Familien und in der Nachbarschaft. Sie könnten Namen tragen wie Solidarität, Rücksicht, Mut zum Nein-sagen, Liebe, Meditation, Besinnung ... . Wir könnten unseren ganz persönlichen "Samen" einen Namen geben und sie in einem kleinen Heft festhalten - für die Zeit danach. Zur Vorsorge, damit wir sie nicht so schnell vergessen. Und gleichzeitig dazu notieren wie aus diesen Samen Früchte werde können, d.h. wie wir sie zum Leben erwecken können.

Das könnte eine kleine "Hausaufgabe" für diese Woche sein!

 

Segenswort:

"Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen." (Psalm 91,11)

 

Bleibt alle behütet!

Viele interessante Gedanken und Ideen wünscht Ihnen und euch allen

Sonja Straub, Pfarrerin


16/03/2020

 

Liebe Gemeinde,

da es zur Zeit keine aktuellen Nachrichten gibt, wird Sie und euch jeden Montag eine kurze Geschichte zum Nach- und Weiterdenken erreichen.

Heute eine Geschichte von Leo N.Tolstoi: "Der alte Fischer"

Fischer waren draußen beim Fang mit ihrem Boot. Da kam ein Sturm auf. Sie fürchteten sich so sehr, dass sie die Ruder wegwarfen und den Himmel anflehten, sie zu retten. Aber das Boot wurde immer weiter weggetrieben vom Ufer. Da sagte ein alter Fischer: "Was haben wir auch die Ruder weggeworfen! Zu Gott beten und zum Ufer rudern - nur dieses beides zusammen kann da helfen."

 

Vielleicht steckt in dieser Geschichte für uns ein Impuls für diese Woche:

Vergessen wir Gott nicht und behalten wir all das im Auge, was dazu beitragen kann, diese momentane Krise zu bewältigen. Wie zum Beispiel solidarisches Verhalten, Nachbarschaftshilfe, Ruhe im Sturm und Klarheit. Achten wir auf unsere körperliche und geistige Gesundheit, und lassen wir uns nicht in Panik bringen!

 

Ich bin dabei ein Youtube Video für den nächsten Gottesdienst (4.Sonntag in der Passionszeit) zu erstellen. Ich werde es dann rechtzeitig versenden, so dass Sie und ihr auf diese Weise am Gottesdienst teilnehmen könnt.

 

Der Vorstand und ich sind für Sie und euch da, wo immer auch Hilfe benötigt wird. Anruf genügt! (+506 844 008 88).

 

So verbleibe ich mit einem Segenswort:

"Der Gott der Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, richte uns auf, stärke, kräftige und gründe uns." (1.Petrus 5,10)

In Verbundenheit

Ihre und eure Pfarrerin

Sonja Straub