"Unterwegs" - Gemeindebrief online

September-Ausgabe

Wie schön, dass Sie sich für unseren Gemeindebrief "Unterwegs" interessieren! Hier finden Sie

  • einen geistlichen Impuls unserer Pfarrerin
  • Wissenswertes rund um den Glauben und Theologie
  • ein Spiel für die Kinder
  • einen Rückblick auf Vergangenes

Klicken Sie einfach auf die Bilder, um zur entsprechenden Kategorie zu gelangen:


sample70

Inspiration

sample70

Theologie

sample70

Spiel

sample70

Blick zurück


„Lass dich inspirieren!“ – Gedanken zum Monatsspruch September


"Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit." (Sirach 1,14)

 

Weise Entscheidungen zu treffen, das ist ein großes Thema für das persönliche Leben, aber auch weltpolitisch gedacht.

Ist es weise, meinen Arbeitsplatz zu wechseln? Ist es weise, einen Kredit für den Hausbau aufzunehmen? Ist es weise, die Scheidung einzureichen? Ist es weise, die Ukraine anzugreifen? Ist es weise, die Atomkraftwerke wieder hochzufahren? Ist es weise nach Taiwan zu fliegen? Ist es weise, Klartext zu sprechen gegenüber Regierungen? Eines steht fest: Mit der Weisheit ist es gar nicht so einfach!

Im Lexikon wird Weisheit mit „Lebenserfahrung“, „durch Erfahrung gewonnene Lehre“ und mit „innerer Reife“ wiedergegeben. Hat also Weisheit mit dem Alter zu tun? Braucht es viele Lebensjahre, um sagen zu können: Jetzt habe ich Weisheit erlangt? Ist sie dann eingetreten, wenn die Haare weiß geworden sind?

Aus Erfahrung kann ich sagen: Weisheit hat sicherlich mit Lebenserfahrung zu tun, die natürlich mit dem Alter zunimmt. Da bin ich im Lauf der Jahrzehnte durch Krisen gegangen, habe Erfahrungen gesammelt, Fehler eingesehen und mein Blick auf Menschen oder Situationen hat sich dadurch verändert. Das Alter macht bisweilen auch sanftmütiger und gelassener, aber nicht immer: Manche Menschen werden im Alter auch immer starrköpfiger und intoleranter. Es muss also noch mehr als bloßes Altwerden hinter der Weisheit stecken.

Der Monatsspruch nennt das ganz einfach: Gott lieben. Das ist eine innere Haltung und Lebenseinstellung, eine Perspektive, wie wir das Leben und was uns darin begegnet wahrnehmen. Wir könnten sagen: die Gottperspektive.

Mit ihr kann ich weise Entscheidungen treffen. Mit der Haltung aus dem Buch „Jesus Sirach“ brauche ich nur danach zu fragen, wie ich Gott lieben oder sagen wir, wie ich ihm gerecht werden kann in meinem Leben. Wie kann das konkret aussehen?

Das hängt damit zusammen, wie ich Menschen und Erlebnisse, meine Umgebung und mein Zuhause wahrnehme. Wie bewusst ich darauf achte, was mich an Schönem und Erfreulichem umgibt und sei es nur die blühende Rose in meinem Garten. Gott dafür einfach “Danke“ zu sagen ist Ausdruck für die Liebe.

Oder die andere Seite: Ich vertraue darauf, dass Gott an meiner Seite ist. Gerade in schwierigen Zeiten, die mich belasten. Gott einfach zu sagen „Gott, du weißt, was für mich gut ist. Ich vertraue auf dich.“

Gott lieben – dafür finden wir viele Möglichkeiten in unserem Leben. Im Gegenüber zu mir selber, zu anderen Menschen.

Mit diesem Blick auf mich selber, auf andere, auf Gott kann ich zur „allerschönsten Weisheit“ gelangen - auch ohne weiße Haare.

 

Pfarrerin Sonja Straub


„Lass dich informieren!“ – Theologie für Interessierte


W wie Weisheit in der Bibel

 

Fünf Bücher des Alten Testaments werden „Weisheitsbücher“ genannt: Hiob, Sprüche, Kohelet, Jesus Sirach und Weisheit.

Die „Weisheit“ in ihnen beschäftigt sich weniger mit religiösen Fragen, als vielmehr mit der Weltordnung und den Aufgaben des Lebens. „Weisheit“ bringt Licht in das Schicksal des Einzelnen, nicht durch philosophische Reflexion nach Art der Griechen, sondern indem sie die Früchte der Erfahrung sammelt. Sie ist eine Lebenskunst und ein Zeichen guter Erziehung. Sie lehrt den Menschen, wie er sich in der bestehenden Weltordnung zu verhalten hat und will ihm zu Glück und Erfolg im Leben verhelfen.  „Besser ist es in die Hände des Herrn zu fallen, als in die Hände der Menschen“ (Jesus Sirach 2,18).

Die Weisheitslehrer, wie sie in der Bibel vorkommen, wenden sich dem Geschick der einzelnen Menschen zu. Sie sehen es in einem höheren Licht, nämlich im Glauben an Gott. Wahre Weisheit ist hier die Gottesfurcht und die Frömmigkeit (siehe Jesus Sirach 1,14).

Im Buch der Sprüche wird die Weisheit sogar als eine eigene Person beschrieben. Dieses Buch besteht aus Sprichwörtern oder Grundsätzen, die dem einzelnen Menschen helfen sollen, sein Leben zu bewältigen. Es sind eine Art Lebensweisheiten, die durch die Jahrhunderte weitergegeben wurden und sich bewährten. Da haben Menschen Erfahrungen gemacht mit anderen und mit Gott und diese in Sätze gefasst, um sie weiterzugeben.

„Daher betete ich, und es wurde mit Klugheit gegeben; ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir.“

In Jesus Christus wurde diese Weisheit in seiner Person offenbar. In ihm ist die Weisheit Mensch geworden. An seiner Person, seinem Verhalten und seinen Worten sehen wir, wie wir ein Leben in Weisheit führen können, das nicht den Gesetzen dieser Welt folgt, sondern dem Glauben an Gott, den Allmächtigen und Barmherzigen.

 

Sonja Straub

 


„Lass dich unterhalten!“ – Spiele für Kinder



„Lass dich erinnern!“ – Rückblicke in Bildern